Die Ehe jetzt gemeinsam stärken!

Das Grundrecht auf Ehe in der heutigen Form ist gefährdet! Verschiedene Kräfte beabsichtigen die Ehe zu schwächen, indem sie manchen Paaren das Grundrecht vorenthalten wollen, obwohl diese sich zu ihrer langfristigen Partnerschaft bekennen. Dieser Angriff trägt den trügerischen Titel «Schutz der Ehe». Doch wer die Ehe wirklich schützen will, muss am 27. November 2016 diesen Angriff mit einem NEIN abwehren.

Medienmitteilung

zum Abstimmungsresultat der Volksinitiative «Schutz der Ehe»

Herbe Niederlage für die EDU

Über 80% NEIN zur Initiative «Schutz der Ehe»:
Ein Steilpass für die «Ehe für alle»

Das Komitee «Gemeinsam weiter Zürich» freut sich über das äusserst deutliche NEIN zur EDU-Initiative, insbesondere auch darüber, dass keine einzige Gemeinde dem Anliegen zustimmte. Die Initiative wollte mit ihrer diskriminierenden Ehe-Definition in der Zürcher Verfassung gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschliessung ausdrücklich verbieten. Trotz dem irreführenden Initiativ-Titel «Schutz der Ehe» kam eine sehr grosse Mehrheit zur Überzeugung, dass die Ehe nur wirklich gestärkt werden kann, wenn sie allen offen steht, die sie eingehen wollen.

Die deutliche Absage ist ein klares Zeichen, dass die Zürcher Stimmbevölkerung genug über konservative Ehedefinitionen debattiert und abgestimmt hat. Der Ball liegt nun beim Parlament in Bern, wo mit der «Ehe für alle» bereits über eine Gesetzesgrundlage diskutiert wird, die allen Paaren diese Institution unabhängig ihrer sexuellen Orientierung öffnet. Gemäss einer repräsentativen Umfrage der nationalen LGBT-Organisationen sind beinahe 70% der Bevölkerung für die Öffnung der Ehe. Die heutige wichtige Ablehnung der EDU-Initiative untermauert diese Umfrage mit einer Volksabstimmung zur Gegenfrage noch deutlicher und liefert damit einen Steilpass für eine moderne Ehedefinition.

Wir danken nicht nur für diesen Steilpass sondern vor allem auch allen engagierten Personen im Komitee sowie den Parteien und Organisation, die sich im Abstimmungskampf stark engagiert haben:

Organisationen: FELS, Dachverband Regenbogenfamilien, HAZ, LOS, Network, Operation Libero, Pink Cross, Queeramnesty, Queer.Swiss, schmaz, TGNS, Wybernet, ZAH, Zurich Pride Festival.

Parteien: AL, BDP, CVP, FDP, glp, Grüne, jCVP, jglp, Junge Grüne, Jungfreisinnige, JUSO, SP, up!

Statements

36 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kunst und Kirche äussern sich mit deutlichen Statements gegen die EDU-Initiative «Schutz der Ehe».

Pfarrerin Sibylle Forrer entlarvt die scheinheilige Initiative «Schutz der Ehe».

Weitere Statements können hier gelesen werden.

1. Was will «Schutz der Ehe»?

Die Angreifer der Ehe wollen:

  • die Ehe nur ausgewählten Paaren vorbehalten
  • allen anderen Paaren das Grundrecht auf Ehe dauerhaft entziehen
  • in der Verfassung vorschreiben, wer heiraten darf und wer nicht
  • vielen Paaren in der Schweiz, die heiraten wollen, die Ehe verbieten

Am 27. November 2016 hat das Stimmvolk im Kanton Zürich die Wahl: Soll die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau in der Kantonsverfassung verankert werden? Bislang ist das Grundrecht auf Ehe garantiert. Eine Einschränkung auf bestimmte Personen oder ausgewählte Paare gibt es nicht. Mit der Änderung, die die Initiative «Schutz der Ehe» anstrebt, würde das Grundrecht auf Ehe verfassungsmässig eingeschränkt. Nur ein NEIN verhindert diesen Grundrechtsraub.

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Die Ehe ist die natürliche Lebensgemeinschaft zwischen zwei Menschen, die sich lieben.
Für uns hat sich die Ehe bewährt.
Min Li Marti & Balthasar Glättli, Nationalrat-Ehepaar aus Zürich

2. Warum die Ehe stärken?

Die Ehe ist in grosser Gefahr und muss vor den Eheabschaffern geschützt werden. Eine verfassungsmässige Definition der Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau bringt die Ehe um mögliche Unterstützer. Denn die Wirklichkeit ist vielfältiger. Heute leben eine halbe Million Menschen in der Schweiz als gleichgeschlechtliche Paare zusammen. Viele dieser Paare würden gerne heiraten. Wer sie dauerhaft von der Ehe ausschliesst, riskiert, dass sie sich enttäuscht von dieser bewährten Partnerschaftsform abwenden. Unterm Strich würde sie damit geschwächt. Um das zu verhindern, muss es möglich bleiben, den rechtlichen Ehe-Begriff an veränderte gesellschaftliche Bedingungen anzupassen. Nur so wird sichergestellt, dass die Ehe auch in Zukunft eine starke Stellung im Leben vieler Menschen einnimmt – und nicht zu einem überholten Auslaufmodell wird.

Die Ehe ist weltweit die Form der Paarbeziehung. Die absolute Mehrheit der erwachsenen Schweizer Bevölkerung ist verheiratet. Zudem sprechen sich etwa zwei Drittel der Menschen in der Schweiz in einer repräsentativen Umfrage dafür aus, die Ehe noch mehr Paaren möglich zu machen. Das beweist, dass die Ehe alles andere als ein Auslaufmodell ist. Nach wie vor ist sie für viele Menschen die ideale Partnerschaftsform. Sie schätzen die Werte, auf denen jede Ehe aufbaut: Zuneigung, Vertrautheit, gegenseitige Verantwortung und Verlässlichkeit. Um die Bedeutung dieser Werte zu stärken, sollte niemand vom Grundrecht auf Ehe ausgeschlossen werden der sich zu ihnen bekennt. Gerade die Menschen in Zürich haben sich in der Vergangenheit immer wieder deutlich für die rechtliche Stärkung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ausgesprochen.

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Wir würden aus Überzeugung die Ehe wählen, weil wir immer zusammen gehören wollen.
Andreas Lehner und Christoph Rath, Zürich

3. Wie ist die rechtliche Situation?

Die Initiative thematisiert das Grundrecht auf Ehe fälschlicherweise auf kantonaler anstatt eidgenössischer Ebene. Regierung und Parlament schreiben daher zum rechtlichen Aspekt der Initiative:

«Die kantonale Volksinitiative ‹Schutz der Ehe› sieht eine Definition des Ehebegriffs in der Kantonsverfassung vor. Die Ehe soll demnach eine ‹auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau› sein. Das Recht auf Ehe und Familie wird durch Art. 14 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft garantiert. Zudem regelt das Schweizerische Zivilgesetzbuch die zivilrechtlichen Aspekte der Ehe. Eine zusätzliche Regelung auf kantonaler Ebene ist deshalb nicht notwendig, und ein entsprechender Verfassungsartikel hätte nur Bestand, soweit und solange er dem Bundesrecht nicht widerspricht. Die Initiative ist darum unnötig.»

 

4. Formen des Zusammenlebens

Für viele Menschen ist die Ehe eine bevorzugte Basis für die Gründung einer Familie. Häufig wird die Ehe sogar eigens dafür eingegangen. Die ehelichen Werte von Treue, Verlässlichkeit und Verantwortung bieten gute Voraussetzungen für ein glückliches Familienleben. Der Familienalltag in der Schweiz ist heute sehr vielfältig. Die klassische Kleinfamilie aus Vater, Mutter und leiblichen Kindern ist zwar immer noch der Regelfall, aber bei weitem nicht mehr die einzige Familienform. Jede Familie sollte die Chance bekommen, auf einer Ehe als ihrer Basis aufzubauen. Daher gilt es, die Ehe als Grundlage der Familie zu schützen. Sie darf nicht nur ausgewählten Paaren vorbehalten werden.

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Die Ehe ist die Grundlage für die Familie. Wir möchten, dass unsere Kinder in diesem Raum von Vertrauen und gegenseitiger Treue aufwachsen können.
Caroline und Daniela H.

Die Initiative will eine Öffnung des Begriffs «Ehe» verhindern. Auch in der Familienpolitik muss grundsätzlich gelten: Gleiches soll gleich behandelt werden. Dieses Prinzip ist einer der Grundpfeiler unserer Demokratie. Demnach darf die rechtliche Gleichstellung aller Partnerschaften, die im Alltag bereits gleichartig sind, nicht durch die Verfassung unmöglich gemacht werden. Doch die Definition der Ehe als Verbindung von Mann und Frau würde genau das tun. Das, worauf es im Kern ankommt, wird gleichermassen auch in anderen Partnerschaften gelebt: tiefe Zuneigung zueinander, gegenseitige Treue und Beistand auch in schwierigen Zeiten. Diese Werte sollten für alle rechtlich abgesichert werden, die sich zu ihnen bekennen – nicht nur für ausgewählte Paare.

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Die Ehe ist super und gibt Sicherheit. Damit wir alle uns entfalten können.
Martin della Valle und Familie

5. Warum NEIN?

Die Ehe in der Kantonsverfassung als Verbindung zwischen Mann und Frau festschreiben zu wollen, ist ein Irrweg. Wer diesen Weg gehen will, versucht eine dreifache Täuschung. Wir lehnen deshalb die kantonale Initiative «Schutz der Ehe» entschlossen ab.

  • Erstens ist es unmöglich ein Grundrecht zu stärken, indem man es einschränkt. Hunderttausende Paare sollen vom Grundrecht auf Ehe ausgeschlossen werden. Statt die Ehe vor Angriffen zu schützen, ist die Initiative selbst ein Angriff.
  • Zweitens setzt die Initiative eine restriktive Definition an die Stelle einer konstruktiven Diskussion. Heute ist das Institut der Ehe rechtlich auf Mann und Frau begrenzt. Dazu braucht es keinen Verfassungszusatz. Stattdessen sollten wir offen darüber diskutieren, was die Ehe uns im 21. Jahrhundert bedeutet – und wie wir sie weiterentwickeln wollen. Darüber sollte am Ende das Stimmvolk entscheiden.
  • Drittens hat die Ehe für viele Menschen in der gesamten Schweiz eine grosse Bedeutung. Das Grundrecht auf Ehe ist in der Bundesverfassung geregelt. Eine Ehe-Definition in der Zürcher Kantonsverfassung hat daher keinen Sinn. Die Ehe gehört einheitlich für die ganze Schweiz geregelt.

6. Komitee

Diese Parteien sind im Komitee «Gemeinsam weiter Zürich» für ein NEIN zur Initiative «Schutz der Ehe»:

Komitee Schutz Der Ehe NEIN

Dem Komitee «Gemeinsam weiter Zürich» gehören zudem über ein Dutzend gemeinnütziger Organisationen und über 100 Personen an. Weitere Argumente des Komitees für eine Ablehnung der Initiative «Schutz der Ehe» sind auf gemeinsamweiter-zh.ch zu finden.

7. Kontakt

Komitee «Gemeinsam weiter Zürich»
c/o HAZ
Sihlquai 67
8005 Zürich

[email protected]

Mehr über die Kampagne erfahren…

8. Bildnachweis

Hochzeitsfotos von Min Li Marti & Balthasar Glättli: © Peter C. Rüegg; Nutzungsrechte für die NEIN-Kampagne zur Initiative «Schutz der Ehe» (und für die damit zusammenhängende Berichterstattung) gewährt.

Fotos der Familien: © Dachverband Regenbogenfamilie; Nutzungsrechte für die NEIN-Kampagne zur Initiative «Schutz der Ehe» (und für die damit zusammenhängende Berichterstattung) gewährt.

Foto von Andreas und Christoph: © Andreas Lehner und Christoph Rath; Nutzungsrechte für die NEIN-Kampagne zur Initiative «Schutz der Ehe» (und für die damit zusammenhängende Berichterstattung) gewährt.

Foto des Paars in der Hauptgrafik: © Scott Griessel, Fotolia